50 Dieburger feierten in Aubergenville

Vielfältige Begegnungen auf europäischer Ebene 
Überraschende Ehrung für KVD-Präsident Friedel Enders
 
Seit 42 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Dieburg und Aubergenville. Neben den Begegnungen in Dieburg anläßlich von Fastnacht und Martinsmarkt zählt das Maifest zum Kernbestandteil der Städtepartnerschaft. Dieses wurde kurz nach Begründung der „Jumelage“ im Jahr 1978 erstmals organisiert und findet seit Jahrzehnten immer am Pfingstwochenende statt.
Neben vielen Fastnachtern von KVD und Prinzengarde sowie einer Delegation des Jugendcafés zählten mehrere individuelle Besucher zum Teilnehmerkreis.
Die Festlichkeiten begannen samstags im Nelly-Rodi-Park im Stadtteil Elisabethville. Im nach der Begründerin dieser Städtepartnerschaft benannten Park tummelten sich trotz dauerhaften Regens viele Besucher. Neben Spaß und Spiel sowie musikalischen und gastronomischen Angeboten der Aubergenviller Vereine ist es ein Treffpunkt. Man trifft alte Bekannte und Verschwisterungsneulinge zum Plausch. Insbesondere auch die Kontakte zu Vertretern der anderen Aubergenviller Partnerstädte, neben Horndean in England sind dies Belchatow in Polen sowie das portugiesische Alcobaca, bieten gute Gelegenheit zum europäischen Austausch. Hervorzuheben ist, dass die Verschwisterungen mit Belchatow und Alcobaca sich in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal jährten. Aus diesem Grund wurden zwei Bäume gepflanzt, die – mit einem entsprechenden Schild versehen – von diesen Jubiläum künden. Bürgermeisterin Sophie Primas konnte dem strömenden Regen in diesem Zusammenhang immerhin noch eine positive Seite dahingehend abgewinnen, dass sich dies auf das Wachstum der Bäume und somit auch auf die Partnerschaften nur positiv auswirken könne. Im gleichen Park steht übrigens schon der vor zwei Jahren anlässlich des 40. Geburtstages der Verschwisterung mit Dieburg gepflanzte Baum. Das Pendant hierzu befindet sich im Dieburger Schloßgarten unweit des Trapezteiches.
Samstags Abends trafen sich dann die Verschwisterungsfreunde aus fünf Ländern zu einer „Weißen Nacht“ im Haus der Vereine. Sämtliche Teilnehmer erschienen hier weißgekleidet, wobei das Dieburger Prinzenpaar die Gäste mit einer kurzen gereimten Rede in französischer Sprache zu beeindrucken wusste. Nachdem Jean-Francois Gawlik und Bruno Paulin vom Aubergenviller Verschwisterungskomitee die Delegationen aller Städte begrüßt hatten wurde getanzt bis in den frühen Morgen.
Am Sonntag trafen sich Abordnungen aller Städte zur traditionellen Kranzniederlegung in der Rue Josef Blank. Hier wird des früheren Dieburger Stadtrates gedacht, der ein großer Förderer der Städtepartnerschaft in den Anfangsjahren war. Der sich am Nachmittag anschließende Umzug fiel in diesem Jahr kürzer aus, als in den vergangenen Jahren, da die Sicherheitslage in Frankreich noch sehr stark unter dem Eindruck der furchtbaren Anschläge der letzten Zeit steht. Man sah sich außerstande den Festzug in üblicher Länge gegen evtl. Angreifer zu schützen. Da hierdurch allerdings sämtliche Zuschauer auf engstem Raum im Nelly-Rodi-Park versammelt waren, tat dies der Stimmung allerdings keinen Abbruch – im Gegenteil.
Sonntagsabends wurden die offiziellen Delegationen der Partnerstädte zu einem feierlichen Abendessen ins Vivier-Schloß gebeten. Dort wurden Reden gehalten, die deutlich machten, wie wichtig, ein Zusammenstehen der Völker Europas gerade angesichts der augenblicklichen politischen Lage auf dem Kontinent ist. Weiterhin gab es – neben dem Austausch von Geschenken – spezielle Ehrungen. Zum einen wurde Gilbert Lamarre vom Dieburger Ehrenstadtrat Wolfgang Hönche sowie dem Vorsitzenden des Verschwisterungskomitees Achim Weißbäcker für sein rund 40-jähriges unermüdliches Wirken als Vorsitzender, bzw. - in den Anfangszeiten - Mitglied des Aubergenviller Festkomitees geehrt. Der geehrte bedankte sich gerührt mit den Worten, dass er zwar diese Funktion aufgebe, aber weiterhin zur Dieburger Fastnacht kommen werde. Eine weitere Ehrung wurde dem scheidenden Vorsitzenden des Dieburger Karnevalvereins, Friedel Enders zuteil. Um Mitternacht wurde seitens der Aubergenviller Bürgermeisterin und des Stadtrates Armand Machado eine Torte mit integriertem Feuerwerk zum Tisch des Dieburgers gebracht, die dessen Namen trug. Enders bedankte sich für diese völlig unerwartete Ehrung seitens der Aubergenviller Freunde und hatte im übrigen schon früher am Abend durch den Vortrag und die zuvor erfolgte entsprechende Übersetzung des treffend auf die Situation passenden Fastnachtsschlagers „Komm rück‘ näher, lass uns Freunde sein“, den Nagel auf den Kopf getroffen.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass es immer wieder ein bereicherndes Erlebnis ist mit Menschen aus anderen Ländern zusammenzutreffen und sich auszutauschen. Wer Fragen zu zum Thema Verschwisterung hat, kann sich gerne mit Achim Weißbäcker unter 06071/22882, bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! in Verbindung setzen.